Thüringer HC mit Remis gegen Vardar Skopje

08.03.2014 – PM THC:

In einer ausverkauften Nordhäuser Wiedigsburghalle trennten sich der Thüringer HC und der mazedonische Meister WHC Vardar Skopje 24:24 (12:15). In einer tollen Aufholjagd kamen die Thüringerinnen nach einem Sieben-Tore-Rückstand wieder ins Spiel zurück und verpassten am Ende die so sehr gewünschte Sensation um ein Haar. Die meisten Treffer für den Thüringer HC erzielte Nadja Nadgornaja (7). Für die Gäste war die Welthandballerin Andrea Lekic mit zehn Toren erfolgreichste Werferin.

Thüringer HC
Thüringer HC

Die Gastgeberinnen starteten mit der bekannten Anfangsformation, auf der Wechselbank hatte nach längerer Verletzungspause wieder Anja Althaus Platz genommen. In der Anfangsphase starteten die Gäste mit einer beweglichen offensiven Abwehr und verunsicherten den THC-Angriff. Fehlwürfe und Passfehler am Anfang und eine dominante Andrea Lekic, die vor allem von der Strafwurfmarke 100 Prozent erfolgreich war. In der Summe der Aktionen hatten sich Skopje einen Dreitorevorsprung erarbeitet, in der 15.Minute gelang dann Allison Pineau sogar das 10:5 aus Sicht der Gäste. Die nicht so sattelfeste THC-Abwehr bekam jetzt Verstärkung – Anja Althaus kam ins Abwehrzentrum und mit Franziska Mietzner rückte noch eine weitere blockstarke Spielerin in den Innenblock. Das zeigte vorerst Wirkung, mehrere Vardar-Fernwürfe blieben im Block hängen. Doch im Angriff fehlte jetzt auch das Glück – Sonja Frey wurde ein klarer Kontertreffer mit vermeintlichem Schrittfehler versagt, kurz darauf traf ebenfalls Frey mit einem Aufsetzer nur die Lattenunterkante. Als dann Svenja Huber mit dem nächsten Strafwurf an Suslina scheiterte, war schon etwas Ratlosigkeit in den Gesichtern der THC-Fans zu erkennen. Aber die Sicherheit der Abwehr brachte die Müller-Schützlinge nach vorn.

Es war die stärkste Phase im THC-Spiel. Die mazedonischen Stars erzielten acht Minuten lang nur einen Treffer – aus einem 7:13 Rückstand machten Treffer von Barbosa, Mietzner (mit zwei Superwürfen) und Huber (zwei tolle Aktionen von der Rechtsaußenposition) ein 11:13. (28.Min) Die lettischen Schiedsrichter, die mehrfach unglücklich entschieden, setzten einen ebensolchen Schlusspunkt, als sie Jana Krause für ein kurzes Verzögern kurz vor dem Pausenpfiff eine Zeitstrafe verpassten. Aber die THC-Sieben behielt den Kopf oben – kassierte noch einen Gegentreffer in der Unterzahl – in die Pause ging es mit einem 12:15 Rückstand, die Partie war wieder offen.

Der Thüringer HC startete furios in die zweite Halbzeit. Durch drei Treffer in Folge von Nadgornaja, Barbosa und Luzumova war der Ausgleich zum 15:15 hergestellt. In der 38. Minute war dann tatsächlich die nicht mehr für möglich gehaltene Führung zum 18:17 geschafft. Nadgornaja netzte aus einer Freiwurfsituation ein. Das Spiel entwickelte sich nun zum absoluten Krimi. Vardar konnte in Überzahl wieder in Führung gehen. Doch die Thüringerinnen blieben durch einen verbissenen Kampf dran. Torhüterin Maike März steigerte sich in diesem zweiten Durchgang und hielt nun einige wichtige Bälle. Der deutsche Meister zeigte nun wieder seine gewohnte Schwäche – Großchancen wurden einfach liegen gelassen. In der 52. Minute erhielt Skopje einen höchst umstrittenen Strafwurf und konnte wieder auf zwei Toren davon ziehen (20:22). Doch die THC-Mädels gaben sich nicht auf. Mietzner traf mit einem Hammer zum 22:23. Franzi zeigte heute erneut eine ganz starke Leistung, wie bereits im letzten Champions League Spiel gegen Sävehof. Danach hielt März grandios und Anja Althaus traf im Gegenzug zum 23:23.

Beide Mannschaften versuchten jetzt alles, um die Entscheidung zu erzwingen. Alexandrina Barbosa netzte 55 Sekunden vor Schluss zum 24:24 Ausgleich ein. Vardar – nun im Ballbesitz – nahm 36 Sekunden vor dem Ende seine letzte Auszeit. 11 Sekunden vor dem Ende kam das Team von Trainer Herbert Müller tatsächlich noch einmal in Ballbesitz und warf alles nach vorne. Skopje konnte den Thüringer HC stoppen, doch Barbosa erhielt mit der Schlusssirene einen Freiwurf. Dieser landete in der Abwehr von Vardar und keiner in der Halle wusste, ob man sich über dieses Unentschieden freuen oder ärgern sollte. Der Thüringer HC führt die Tabelle weiterhin an und hat sieben Punkte auf seinem Konto. Alles hängt nun noch von den verbleibenden Spielen dieser Champions League Gruppe ab. Vielleicht kann das Team morgen schon den Einzug ins Final Four nach Budapest feiern, sollte Sävehof gegen Midtjylland gewinnen. Ansonsten hat man es nächste Woche in Dänemark selbst in der Hand, sich den Traum von Budapest zu erfüllen und diese sensationelle Leistung in der Champions League zu krönen.

Trainerstimmen:

Indira Kastratovic (WHC Vardar): „Der Punkt ist wunderbar nach der Niederlage letzte Woche in Dänemark. Die Stimmung in der Halle war großartig. Nächste Woche werden wir gegen Sävehof alles geben, um den Einzug ins Final Four perfekt zu machen.“

Herbert Müller (Thüringer HC): „Ist Champions League nicht etwas Fantastisches? Ich weiß nicht, ob ich ein weinendes oder ein lachendes Auge habe. Ein lachendes, weil meine Mannschaft großartig sieben Tore gegen diesen Gegner aufgeholt hat und ein weinendes, weil es letztendlich ein verlorener Punkt war. Am Ende haben wir wieder Großchancen liegen lassen. Schlussendlich aber ein großes Kompliment an meine Mannschaft und das Publikum.“

Thüringer HC mit erstem „Matchball“ gegen Skopje