Handball WM 2017 im Internet. Handball-Sport als Verlierer. Armes Sport-Deutschland

Rok und Koolette - Handball WM 2017 im Internet. Handball-Sport als Verlierer. Armes Sport-Deutschland - Foto: France Handball
Rok und Koolette – Handball WM 2017 im Internet. Handball-Sport als Verlierer. Armes Sport-Deutschland – Foto: France Handball

Handball WM 2017 Frankreich: Der Handball-Europameister und Olympia-Dritte Deutschland mit dem wahrscheinlich weltweit größten Handball-Markt wird nicht im frei empfangbaren öffentlich-rechtlichen oder Bezahl-Fernsehen zu sehen sein. Sondern im Live-Stream im Internet des Namens-Sponsors der Handball-Bundesliga der Männer.

Ein Kommentar von SPORT4FINAL-Redakteur Frank Zepp.

 

06.01.2017 – SPORT4FINAL / Frank Zepp:

SPORT4FINAL-Redakteur Frank Zepp im Scandinavium Göteborg
SPORT4FINAL-Redakteur Frank Zepp im Scandinavium Göteborg

Handball WM 2017 Frankreich: Was für eine mediale Niederlage für den Mit-Favoriten auf den Weltmeister-Titel, den Handballsport grundsätzlich und die vom „Fernseh-Kieker“ gesponserten bzw. Gebühren finanzierten öffentlich-rechtlichen Medien ARD und ZDF. Diese waren technisch nicht in der Lage oder scheuten die Kosten, ihre Sende-Signale über Satellit nur auf Deutschland zu begrenzen.  

Dabei werden für den Fußball in ARD und ZDF mehrstellige Millionenbeträge für Bundesliga, Champions League sowie Welt- und Europameisterschaften ausgegeben und teilweise auch verschwendet.  

Der Handball bei Männern und Frauen anlässlich von Weltmeisterschaften gehört in die deutschen Fernseh-Haushalte. Dabei sollten die Spiele der DHB-Nationalmannschaften frei empfangbar ohne Bezahlschranke sein.

Handball WM 2017 der Frauen in Deutschland

Für die Handball WM 2017 der Frauen in Deutschland ist die „Internet-Lösung“ ebenfalls ein erschreckendes Zeichen. Der deutsche Frauen-Handball ist bisweilen nur ein mediales Nischen-Produkt bei TV-, Print- und Online-Medien. Der bei der Handball EM 2016 in Schweden bewiesene sportliche Entwicklungsschritt hätte es mehr verdient, im Fernsehen gezeigt zu werden. Bleibt für Dezember 2017 auch nur eine „Internet-Variante“? 

Handball WM 2017 Frankreich

Zumindest ein Positivum hat die „Internet-Übertragungs-Medaille“. Die große Fan-Gemeinde der deutschen Handballer kann wenigstens die deutschen Helden und „bad boys“ verfolgen. Ob die sportjournalistische und handballfachliche Arbeit beim „Internet-Anbieter“ leiden könnte, wie in einigen Medien oder Verbänden zu lesen war, und bei den öffentlich-rechtlichen besser aufgehoben wäre, kann erst nach der Weltmeisterschaft beurteilt werden. Zumal ARD und ZDF bei Handball-Übertragungen qualitativ weit hinter den Onlinemedien zurück liegen! 

Geld regiert die marktwirtschaftliche Welt 

Wer es nicht in der Schule oder im Studium oder im Leben gelernt hat, der lernt es vielleicht nie mehr: Aber in marktwirtschaftlich organisierten Demokratien regiert nun mal das Geld die Welt. Da kann man der IHF und dem Rechteinhaber „beIN Sports“ aus Katar sowie auch dem Internet-Sponsor keinen Vorwurf machen. Eher noch ARD und ZDF, die die Fernseh-Gebühren beim Fußball zum „Fenster rauswerfen“. 

Olympia 2016 und die Krise im deutschen Leistungssport 

Klar ist doch eins: Die Weiterentwicklung einer Sportart hängt nicht nur von den Hoch-Leistungs-Sportlern selbst, den Trainern, der Sportmedizin und Sport-Wissenschaft sondern auch von der Fernsehpräsenz und den gewonnenen Sponsoren ab. Die sportliche Krise in den olympischen Kernsportarten Schwimmen und Leichtathletik sowie einigen Ballsportarten bei Deutschlands Sportlern sollte sich nicht auf den entwicklungsfähigen Handball übertragen. Dafür ist die Sportart Nummer zwei hinter Fußball viel zu wichtig. Für den Schulsport, für die Gewinnung neuer Talente und die Gesellschaft im allgemeinen. Der Handball und die olympischen Sportarten benötigen mehr Gewicht im deutschen Fernsehen. Handball als „Nischen-Produkt“ im Internet ist nicht die Lösung. Armes Sport-Deutschland!

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