Leichtathletik – Finals 2022: Gina Lückenkemper überzeugte

Gina Lückenkemper - Leichtathletik DM Finals 2022 - Copyright: © DLV / Theo Kiefner
Gina Lückenkemper – Leichtathletik DM Finals 2022 – Copyright: © DLV / Theo Kiefner

Leichtathletik – Deutsche MeisterschaftenFinals 2022 – DLV – 1. Tag:

Sprinterin Gina Lückenkemper sorgte am ersten Tag der Deutschen Leichtathletik Meisterschaften in Berlin für das absolute Glanzlicht. Die Berlinerin blieb im Finale über 100 Meter mit 10,99 Sekunden erstmals seit vier Jahren wieder unter der magischen 11-Sekunden-Marke.

In der Vormittags-Session katapultierte sich Stabhochspringer Bo Kanda Lita Baehre mit 5,90 Meter auf Platz drei in der aktuellen Weltbestenliste. Ihren vierten Titel im Diskuswurf gewann Kristin Pudenz mit der Weltklasse-Weite von 67,10 Metern.

Leichtathletik: Johannes Vetter sagte Start bei Deutschen Meisterschaften ab

Leichtathletik: Deutsche Meisterschaften als „Zugpferd“ der „Finals 2022“

25.06.2022PM DLV / SPORT4FINAL / Frank Zepp:

Leichtathletik – Deutsche Meisterschaften – 1. Tag – Finals 2022Druckvoll, selbstbewusst und sagenhaft schnell: Gina Lückenkemper (SCC Berlin) verzauberte im Finale über 100 Meter der Deutschen Meisterschaften die Leichtathletik-Fans mit einem Auftritt, der im kollektiven Gedächtnis bleiben wird und sie selber im Ziel zu Freudentränen rührte.

Mit 10,99 Sekunden blieb die 25-Jährige zum vierten Mal in ihrer immer noch jungen Karriere unter elf Sekunden. Zuletzt war ihr diese außergewöhnliche Leistung im Jahr 2018 gelungen. „Ich liebe dieses Stadion und die Stimmung hier“, sagte die EM-Zweite des Jahres 2018 am Stadionmikrofon und rief: „Gina is back.“ Nur Kathrin Krabbe war bei ihrem Meisterschaftsrekord von 10,91 Sekunden im Jahr 1991 schneller als Gina Lückenkemper bei Deutschen Meisterschaften. Für Gina Lückenkemper war es der dritte DM-Titel unter freiem Himmel.

In Lückenkempers Sog blieb Rebekka Haase (Sprintteam Wetzlar) erneut unter der EM-Norm (11,24 sec) und stellte ihre Saisonbestleistung von 11,20 Sekunden ein. Bronze ging an die Paderbornerin Yasmin Kwadwo (11,44 sec). Titelverteidigerin Alexandra Burghardt (LG Gendorf Wacker Burghausen) musste kurzfristig krankheitsbedingt auf ihren Start verzichten.

Bei den Männern war der Hamburger und Jahresschnellste Owen Ansah in starken 10,09 Sekunden nicht zu schlagen. Der Deutsche Hallenmeister über 200 Meter hatte auf den letzten Metern des 100-Meter-Finals den besten Schritt, blieb hochkonzentriert und wirbelte so das Feld von hinten auf. Julian Wagner (LC Top Team Thüringen) stellte in 10,12 Sekunden seine Saisonbestzeit ein. Es war die erste DM-Medaille unter freiem Himmel für den 24-Jährigen. Bronze in diesem spannenden Finale ging an Owen Ansahs Trainingskollegen, den deutschen Hallenmeister über 60 Meter Lucas Ansah-Peprah (Hamburger SV; 10,17 sec).

Kristin Pudenz in bestechender Leichtathletik Form

Weiter und immer weiter fliegt der Diskus von Kristin Pudenz. Die Olympia-Zweite steigerte sich in einem hochklassigen Finale auf 67,10 Meter, schob sich damit auf Platz 16 der ewigen deutschen Bestenliste und bestätigte damit ihren derzeitigen Platz drei in der Welt. Dabei ließ sich die Potsdamerin auch nicht von einer zwischenzeitlichen Unwetter-Unterbrechung irritieren, die an die Olympischen Spiele von Tokio erinnerte. Auch damals konnte die Top-Werferin mental mit dieser Zwangspause bekanntlich höchst professionell umgehen. „Meine Familie war hier und es war wirklich ein emotionaler Moment für mich“, sagte Kristin Pudenz, für die es der vierte DM-Titel in Serie war.

In Pudenz‘ Schatten lieferten sich die Hallenserin Shanice Craft und Julia Harting (SCC Berlin) ein Duell auf hohem Niveau. Im vierten Versuch legte die EM-Zweite von 2016, Julia Harting, mit 64,34 Metern vor – eine Weite, die sie zu Jubelsprüngen animierte, warf sie damit doch erstmals über die WM-Norm und so weit wie seit 2016 nicht mehr. Doch Shanice Craft konterte und beförderte den Diskus auf starke 64,64 Meter. Diese brachten ihr schlussendlich Silber ein und werden sie in den kommenden Wochen ruhiger schlafen lassen, denn die Athletinnen auf Platz eins und zwei der DM werden vorrangig nominiert im Hinblick auf die Leichtathletik WM in Eugene (USA) und auch die Leichtathletik EM in München.

Bo Kanda Lita Baehre - Leichtathletik DM Finals 2022 - Copyright: © DLV / Theo Kiefner
Bo Kanda Lita Baehre – Leichtathletik DM Finals 2022 – Copyright: © DLV / Theo Kiefner

Leichtathletik Knoten platzt bei Bo Kanda Lita Baehre

Für Bo Kanda Lita Baehre wurde das Olympiastadion in Berlin am Samstagvormittag zu seiner persönlichen Bühne. Der Leverkusener, der auch als Jahresbester nach Berlin gereist war, fackelte im Stabhochsprung-Finale der Deutschen Meisterschaften ein technisches als auch mentales Meisterstück ab. Bis 5,80 Meter nahm der WM-Vierte alle Höhen im ersten Versuch – eine Leistung, die ihm an diesem Tag keiner nachmachen konnte. Als seine Konkurrenz nur noch zuschauten, sprang der 23-Jährige solo weiter und flog in seinem ersten Durchgang über starke 5,90 Meter, er sah später auch bei 5,95 Metern vielversprechend aus.

Um zehn Zentimeter schraubte Bo Kanda Lita Baehre mit dieser Leistung seine zwei Jahre alte Bestleistung nach oben und schob sich auf Platz acht der ewigen deutschen Bestenliste. „Dieser Wettkampf gibt mir gut Selbstbewusstsein vor der WM. Es wartet noch ein vollgepackter Terminkalender auf mich in diesem Sommer, aber ich bin happy, dass ich international an den Start gehen kann und werde alles geben, um Deutschland gut zu repräsentieren“, sagte der nun viermalige deutsche Freiluftmeister.

Insgesamt war diese Disziplin auch in der Breite von gutem Niveau, denn gleich drei weitere Springer überwanden die 5,70 Meter. Oleg Zernikel (ASV Landau), der entthronte Titelverteidiger, sprang zu Silber vor dem deutschen Hallenmeister Torben Blech (TSV Bayer 04 Leverkusen). Hinter den bekannten Namen war es der Schweriner Gilian Ladwig, der sich um 18 Zentimeter auf eben diese 5,70 Meter steigern konnte.

Weitere Ergebnisse

Top-Beiträge:

SC Magdeburg mit 13. Meister-Titel in Deutschland
Handball EM 2022 Kommentar: Deutschland Mentalität top. Sportlich zweitklassig
Handball EM 2022: Alfred Gislason – richtiger Bundestrainer für Neuaufbau ?
SPORT4FINAL Best of
Alfred Gislason und der steinige Weg des Umbruchs
Handball WM 2021 Frauen: Deutschland Platz 7. Qualität für Weltspitze fehlt
Handball WM 2021 Frauen: Versus Monokultur – Die Gunst der Stunde nutzen
Handball IHF Super Globe Finale 2021: SC Magdeburg Klub-Weltmeister
Handball DHB-Team: Neuanfang nach jahrelanger Stagnation
Handball Deutschland: Anspruch und Wirklichkeit. Das DHB-Dilemma
Olympia Tokio 2020 Handball: Gescheiterte DHB-Mission. Stagnation unter Alfred Gislason
Fußball EM 2021 UEFA EURO Kommentar: Deutschland – Mittelmaß statt Weltklasse
DHB zwischen WM-Debakel und Olympia-Vision
Deutschland fehlt Weltklasse Performance
Kommentar: Deutschland von Weltklasse weit weg
Dialog mit Enkel: Zeit zu liefern für Deutschland
Deutschlands WM-Debakel und Olympia-Gold-Vision
Handball EM 2020: Deutschlands Frauen mit Stagnation
EHF EURO: Deutschland in Stagnations-Phase
Sport Aktuell
ZEPPI
Alfred Gislason und die Wahrscheinlichkeit seines Erfolges
DHB in der Glaubwürdigkeits-Krise
Handball Deutschland fehlen Weiterentwicklung und Medaillen
DHB Krise. Machtkampf. Erfolg um jeden Preis
Der gescheiterte Bundestrainer Christian Prokop
ZEPPI Kolumne
Dialog mit meinem Enkel
Der (un)dankbare 4. Platz. Sportliche Bilanz
Handball EM 2022 EHF EURO: Axel Kromer „Auf sehr gutem Weg“
Handball WM: Deutschland fehlten Qualität und Weltklasse-Performance
Alfred Gislason – Bundestrainer für erfolgreichen Neuaufbau ?
Handball EM 2022: Deutschlands Mentalität top. Sportlich zweitklassig
Handball EM 2022 Kommentar: Deutschland Mentalität super. Sportlich zweitklassig
Alfred Gislason – DHB Bundestrainer für den Neuaufbau ?
Handball EM 2022 Kommentar: Deutschland weit von Weltspitze entfernt
Handball WM 2023: Spielplan der IHF Weltmeisterschaft
Handball WM 2023 Männer Polen Schweden
Handball EHF EURO 2022 Frauen
SPORT4FINAL Online SPORT
SPORT4FINAL Online Politik
SPORT4FINAL Online Geschichte
Fußball WM 2022 Katar
Handball EM 2024 EHF EURO Deutschland

Kommentar verfassen