Champions League: Thüringer HC vor den Giganten-Duellen gegen Europas „Thronfolger“-Kandidaten

21.10.2014 – SPORT4Final:

Thüringer HC vor der ersten „Champions-League-Woche der Wahrheit“ gegen WHC Vardar Skopje und Buducnost Podgorica – der Kampf um Hauptrunden-Punkte beginnt

Champions League: Nach dem ersten Spieltag in der Vorrundengruppe B steht überraschend der deutsche Meister Thüringer HC nach dem überzeugenden 33:20-Erfolg über HC Podravka Vegeta an der Tabellenspitze. Im zweiten Spiel der Gruppe trafen der Finalist Buducnost Podgorica und Drittplatzierte Vardar Skopje des Final4-Turniers von Budapest 2014 aufeinander. Gastgeber Buducnost siegte mit 23:17 Toren gegen ein chancenloses mazedonisches Team in einem über weite Strecken hochklassigen Match. Einzige Einschränkung: Beide Teams leisteten sich für die Qualität ihrer Kader mit 12 bzw. 14 technischen Fehlern einfach zu viele Aussetzer.

EHF Champions League Women´s Final4  Semifinal 2014 May 3rd Budapest/Hungary Semi-final ZRK Vardar SCBT (MKD) vs RK Buducnost (MNE) - Foto: EHF Media
EHF Champions League Women´s Final4 Semifinal 2014 May 3rd Budapest/Hungary Semi-final ZRK Vardar SCBT (MKD) vs. RK Buducnost (MNE) – Foto: EHF Media
[private] Herausragend die individuellen Fähigkeiten einzelner Spieler auf beiden Seiten, denn in der Teamkompaktheit und Integration der neuen Spielerinnen wirkte Buducnost einen Schritt weiter als Vardar. Nach 41 Minuten war beim 18:11-Zwischenstand die Vorentscheidung gefallen. Ebenfalls anzumerken sei die Leistung der serbischen Unparteiischen, die das Match „laufen“ ließen und eine gesunde europäische Härteverträglichkeit bis auf wenige Ausnahmen zuließen.

Buducnost Podgorica gewann das „Giganten-Duell“ zweier Topfavoriten auf den diesjährigen „Champions-League-Thron“ dank einer herausragenden Abwehrleistung sowie Vorteilen im Kombinations-Angriffsspiel. Torhüterin Marta Zderic verzeichnete eine Fangquote von 48 Prozent gegenüber 36 Prozent von Inna Suslina. Vardars Spielmacherin und Welthandballerin 2013, Andrea Lekic (4 Tore), konnte zusammen mit der aus Ljubljana gekommenen Andrea Penezic (5 Tore) kein Gleichgewicht gegenüber dem Rückraum von Podgorica herstellen. Im Gegenteil, mit der wieder aus Győr zu Buducnost zurück gekehrten Katarina Bulatovic (5 Tore) sowie Cristina Neagu (5 Tore) und Milena Knezevic (2 Tore) sorgte der Vize-Champion für entscheidenden Druck aus dem Positionsangriff. Auf den Kreispositionen besaß ebenfalls Buducnost Vorteile mit der wieselflinken Linksaußen Biljana Pavicevic (7 Tore) und der serbischen Kreisläuferin Dragana Cvijic (4 Tore). Vardars Topspielerinnen Maja Zebic (2 Tore) und Jovanka Radicevic (1 Tor) wurden nicht so passgenau aus dem Rückraum bedient. Trotz der starken Abwehrreihen kamen beide Teams nur zu je einem Tempogegenstoß-Tor.

BLICK-Zurück: Im Semifinale des Champions League Final4 von Budapest konnte Buducnost  in der ersten Verlängerung mit 22:20 Toren gegen Vardar gewinnen. Neagu und Lekic waren mit jeweils 6 Toren erfolgreichste Torschützinnen. Buducnost verlor das große Finale mit 21:27 gegen Titelverteidiger Győri Audi ETO KC.

Meistertrainer Herbert Müller erwartet beide Topmannschaften als Győr-Thronfolger im kommenden Finale der Champions League 2015. Selbst Unentschieden gegen Skopje und Podgorica in Nordhausen wären für ihn schon ein großer Erfolg. So die Prognose des Cheftrainers vom deutschen Meister Thüringer HC.

Am kommenden Samstag trifft sein Team in Skopje auf den mazedonischen Meister. Beide Landesmeister lieferten sich schon in der letztjährigen Champions-League-Hauptrunde ein super spannendes Spiel in Nordhausen, dass 24:24-Remis endete. Ein Tor mehr und der Sieg für den Thüringer HC hätte den Deutschen den Final4-Einzug beschert und Vardar das Aus. Vor diesem Hintergrund sind wieder zwei gutklassige Begegnungen zu erwarten, denn die Punkte aus beiden Partien könnten in die Hauptrunde einfließen, wenn beide diese erreichen. Aus THC-Sicht problematisch: Herbert Müllers Kader hat durch hochkarätige Abgänge (Barbosa, Althaus, März) an Qualität verloren, obwohl Wohlbold und Jakubisova nach Kreuzbandrissen wieder spielen können. Vardar Skopje verstärkte sich personell weiter u.a. mit Anja Althaus sowie Barbara Lazovic und Andrea Penezic (beide RK Krim Ljubljana).

Vorteil Skopje – wenn da nicht der altbekannte, unbändige Kampfgeist der THC-Spielerinnen sowie die taktischen Fähigkeiten des Meistertrainers wären. Im Sport ist Vieles möglich. Auch eine Überraschung in Skopje?    
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