SC Magdeburg bezwang THW Kiel verdient mit Qualität

THW Kiel - Handball Bundesliga und EHF Champions League Saison 2021/2022 - Copyright: HBL / THW Kiel
THW Kiel – Handball Bundesliga und EHF Champions League Saison 2021/2022 – Copyright: HBL / THW Kiel

Handball Bundesliga Topspiel, 8. Spieltag: THW Kiel vs. SC Magdeburg.

Die „Mannschaft der Stunde oder Wochen“ heißt Vereins-Weltmeister SC Magdeburg. In der Kieler Wunderino-Arena-“Hölle“ gewann der verlustpunktfreie Bundesliga-Spitzenreiter gegen den deutschen Meister THW Kiel verdient mit 29:27 (16:15) Toren und festigte somit unangefochten die Spitzenposition in der deutschen Handball Beletage.

Der SC Magdeburg agierte mit besserem Matchplan souveräner im Teamplay und nutzte die aktuellen sportlichen Schwächen (Abwehr und Innenblock) beim THW Kiel gnadenlos und in hoher Qualität aus.

Kritische Anmerkung: Die Schiedsrichter verloren in der zweiten Halbzeit ihre bis dahin sehr gute Linie und den roten Faden bei der Foul-Beurteilung sowie anschließenden Bestrafung. Der THW Kiel wurde bei aggressiven Deckungs-Fouls weniger hart bestraft als der SC Magdeburg.

Handball Bundesliga: SC Magdeburg schlug souverän SG Flensburg-Handewitt

SC Magdeburg - Handball Bundesliga und EHF European League Saison 2021-2022 - Copyright: SC Magdeburg
SC Magdeburg – Handball Bundesliga und EHF European League Saison 2021-2022 – Copyright: SC Magdeburg

24.10.2021 – SPORT4FINAL / Frank Zepp:

Handball Bundesliga Topspiel: Eine intensive, ergebnismäßige „Berg-und-Talfahrt“ Halbzeit zwischen dem deutschen Meister THW Kiel und dem „Herausforderer“ SC Magdeburg. Der Gastgeber startete furios mit Tempo und Wurfpräzision und ging gegen eine harmlose SCM-Deckung 7:4 in Führung. Dann der Magdeburger 1:6-Lauf, in dem die Gäste die Kieler Fehler im Angriff (auch bei 7/6) mit Gegenstößen bestraften. Das Jicha-Team stabilisierte sich wieder und ging seinerseits dank Landin-Paraden mit 14:13 in Front.

Aber die Hektik auf der Kieler Bank (Gelb in 23. Minute) strahlte auf die Spieler aus und der SC Magdeburg drehte wiederum die Partie und ging mit knapper Führung in die Pause. Die Gäste-Abwehr wirkte im zweiten Teil der Hälfte wesentlich geordneter und gedanklich auf der Höhe. Wurfeffizienz 67:66 Prozent. Torhüter 8:6 Paraden (33:29 Prozent). Gegenstoß-Tore 1:4. Strafminuten 4:2. Technische Fehler 5:5. Beste Torschützen: Magnusson 4, Ekberg 4, O’Sullivan 3, Gullerud 3, Wiencek 2, Zarabec 2, Reinkind 2.

Die zweite Halbzeit war an Spannung, Intensität, Spielunterbrechungen und Hektik kaum mehr zu übertreffen. Die Schiedsrichter verloren ihre bis dahin sehr gute Linie und den roten Faden bei der Foul-Beurteilung sowie anschließenden Bestrafung. Der THW Kiel wurde bei aggressiven Deckungs-Fouls weniger hart bestraft als der SC Magdeburg. Der Bundesliga-Spitzenreiter musste dann zu Beginn der zweiten Hälfte noch auf Abwehrspezialist Chrapkowski (3 Zeitstrafen – Zarabec zog diese sehr clever im Eins-gegen-Eins) und Spielmacher Bezjak mit glatter roter Karte wegen angeblicher grober Unsportlichkeit (Bein stellen). Die Spiel-Qualität litt unter diesen Begleitumständen.

Der THW Kiel ging letztmalig beim 17:16 in Führung (33.). Danach diktierte der SC Magdeburg den Spiel-Rhythmus und agierte mit besseren taktischen Antworten: Auf die Kieler 5:1- oder 3:3-Deckung wurde mit dem 2:4-Positionsangriff (2 Kreisläufer) agiert. SCM-Torhüter Green „hob“ sein Leistungsvermögen und „gewann“ das Duell mit Landsmann Landin nach der Pause. Das aufreizende, teilweise langatmige Magdeburger Angriffsspiel schien aber ein erfolgreicher Matchplan zu sein, denn es wurde immer versucht, einen frei stehenden Akteur anzuspielen. Dies gelang oftmals, auch im Zeitspiel.

Der THW Kiel agierte im Rückraum nur noch über Reinkind gefährlich. Duvnjak war mit sich selbst und überzogenen Zweikämpfen im Abwehrverbund beschäftigt. Die SCM-Spielweise erregte mental die THW-Spieler und die Bank sowie die Zuschauer. Aber in der Crunchtime offenbarte der SC Magdeburg die Sieger-Mentalität, die dem deutschen Meister aktuell etwas zu fehlen scheint (Szeged-Remis in der Königsklasse, hohe Niederlage in Montpellier und schmeichelhaftes Remis in Lemgo). Der weiterhin verlustpunktfreie Spitzenreiter SC Magdeburg gewann hoch verdient das Topspiel.

Statistik:

Handball Bundesliga Männer, 8. Spieltag, 24.10.2021, 14:00 Uhr

THW Kiel vs. SC Magdeburg 27:29 (15:16)

Man of the Match: Jannick Green (SC Magdeburg, 14 Paraden, 35 Prozent)

Spielfilm: 1:0 Ekberg (1.), 1:1 Magnusson (2.), 2:1 Wiencek (2.), 5:2 Zarabec (7.), 5:3 Bezjak (8. – Zsp – Kempa), 5:4 Magnusson (9.), 7:4 Zarabec (11.), Auszeit Magdeburg (12.), 7:6 Mertens (12. – TGS – leeres Tor), 7:7 Mertens (14. – TGS), 8:9 O’Sullivan (15. – leeres Tor), 8:10 Magnusson (16. – TGS), Auszeit Kiel (16.), 11:11 Reinkind (21. – ÜBZ), 11:13 O’Sullivan (22. – TGS), 13:13 Wiencek (26.), 14:15 O’Sullivan (29. – ÜBZ), 15:16 Magnusson (30. – 7m), 15:16 (HZ) – 17:16 Zarabec (33.), Chrapkowski rote Karte (33. – dritte Zeitstrafe), 17:17 Hornke (35. – UZT), Bezjak glatte rote Karte wegen Bein stellens (35.), Landin parierte 7m von Magnusson (36.), 17:19 Mertens (39. – TGS), 19:20 Pekeler (41. – Tor aus Rückenposition), 19:21 O’Sullivan (41.), 21:21 Wiencek (42.), 21:24 Saugstrup (47. – UZT), 23:24 Ekberg (50. – 7m), 24:25 Reinkind (54.), Auszeit Magdeburg (55.), 25:27 Saugstrup (56.), 26:27 Reinkind (57.), 26:28 Saugstrup (58.), 27:28 M. Landin (58.), 27:29 Magnusson (59:21 – 7m), Green parierte Duvnjak Wurf (60.), 27:29 (EST)

Beste Torschützen: Ekberg 6/8, M. Landin 4/6, Reinkind 4/7, Wiencek 3/4, Pekeler 3/4, Zarabec 3/4, Duvnjak 3/6 – Magnusson 6/8, Gullerud 5/6, O’Sullivan 5/7, Saugstrup 4/5, Kristjansson 2/2, Mertens 2/3

Wurfeffizienz: 62:65 Prozent

Torhüter: 13:14 Paraden (30:33 Prozent)

Gegenstoß-Tore: 1:5

Technische Fehler: 9:10

Strafminuten: 6:10

Schiedsrichter: Adrian Kinzel und Sebastian Grobe

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